jahrhundertsommmer 2018

...den werden wir nie vergessen!


Gerne nehme ich Sie ein Stück mit. Ein kleiner Rückblick in den heißesten Sommer des Jahrhunderts und unseren ersten Wurf „from joyfull mountain“:

 

 

Decktermin:

 

Nachdem unsere Hündin Leia im April läufig wurde, musste alles schnell gehen. Die Entscheidung für den passenden Deckrüden war schnell getroffen. Es sollte der wunderhübsche Kooikerrüde Amadeus aus der Elmstraße aus Braunschweig sein. Zum Glück wurden wir Menschen uns schnell einig, nun musste der richtige Zeitpunkt abgewartet werden. Ein erstes Kennenlernen am 1.Mai war ideal, danach noch einmal einen Scheidenabstrich beim Tierarzt und der entscheidende Rat für den geeigneten Decktermin 3.-5. Mai. Also ein zweites und zur Sicherheit noch ein drittes Treffen. Die Hunde haben sich auf Anhieb gut verstanden und der tolle Garten sowie die Züchterin Christina Gutschke mit Ihrer Erfahrung, haben das Ihrige dazu beigetragen.

 

 

 

 

 

Trächtigkeit

 

Nun hieß es warten. Leia war eigentlich so wie immer, voller Energie und Tatendrang. Dann der Ultraschall: es waren mindestens fünf Fruchthüllen auf einmal zu erkennen und die kleinen Herzchen waren bereits zu sehen. Allgemeine Begeisterung in der Praxis: Hurra!!! Das ist endlich mal ein schöner Besuch beim Tierarzt. Dann hieß es wieder einmal warten.

 

Auf einmal wurde „Madame“ runder und schwerfälliger. Die Leichtfüßigkeit war verschwunden und der Bauch störte beim Schlecken, Springen und Klettern. Die gesamte Figur war dahin.

 

 

 

 

 

Geburt

 

Endlich war es so weit. Scharren, Kratzen und die Geburtshöhle vorbereiten. Noch ein bisschen vor dem errechneten Termin, aber passend. Zum Glück waren wir gut vorbereitet. Die ganze Nacht in Bewegung, Reißen und Zerren, Tücher zerlegen und immer wieder: Unruhe! Nach draußen ging es nur noch mit Leine, sonst hätten wir womöglich unter einem Busch im Garten den Wurf erwarten können. Am nächsten Morgen stand fest es würde nicht mehr lange dauern. Jammern, wimmern und Schutz suchen, aber der Schmerz ließ sich nicht abschütteln. Presswehen, und dann ging Fruchtwasser ab, aber kein Welpe war zu sehen. Gott sei Dank hatte ich eine erfahrene Kromfohrländer-Züchterin in der Nähe, mein Telefonjoker! Anruf: Wie lange kann ich warten und was muss ich tun damit es voran geht? Ich war sehr aufgeregt. „Keine Panik, lass ihr noch ein bisschen Zeit, viel Bewegung und warten. Bei Bedarf Globuli verabreichen! Vertrau auf deinen Hund!“

 

Ich blieb immer in ihrer Nähe und wollte ihr beistehen. Ein Wimmern, ein Aufjaulen, plumps! Was war das? Der erste Welpe war gefallen. Trocken rubbeln, abnabeln und sehen, dass er atmet, das waren meine ersten Gedanken. Die Hündin war überfordert, Geburtsvorbereitung gab es ja für Hunde nicht. Aber sie schien mir voll zu vertrauen. Frauchen wird schon wissen wie es alles geht und richtig machen. Welch eine Verantwortung!

 

Dann ganz plötzlich wieder ein Aufjaulen und plumps! Nummer zwei war gefallen. Man das geht aber rasch dachte ich. Zum Glück kam nun mein Mann dazu und stand mir von da an, die ganze Zeit zur Seite. Und das, obwohl er eigentlich gar kein Blut sehen kann. „Mann“ wächst über sich hinaus!

 

Nummer drei, Nummer vier, fünf und sechs. So jetzt lief alles wie von alleine. Aber irgendwie fand Leia immer noch keine Ruhe. Eigentlich reicht es jetzt. Mehr als fünf hatte ich ja nicht im Ultraschall sehen können. Doch dann kamen Nummer sieben und acht. Oh je, so viele steckten in dieser zierlichen Hündin und immer noch war einer zu fühlen. Dann endlich, Nummer neun erschien und es kehrte Ruhe ein. Erschöpft und glücklich schleckte sie eines nach dem anderen sauber.

 

Alle atmen, alle leben und alle schienen optisch korrekt und wohlauf.

 

Welch ein Wunder!!!

 

Aufzucht

 

Nächstes Etappenziel ist ausreichend Milch für alle neun Welpen bei acht Zitzen! Wie soll das bloß gehen? Anlegen, saugen, anlegen. Ein Gedränge und Gerangel; Wer kommt als erstes dran? Ich unterstütze wo es geht - Leia ist geduldig, liebevoll und instinktsicher. Ich wiege jeden Tag alle Neun, aber wie halte ich die Welpen bloß auseinander? Ich übe und lerne die Namen und für einen jeden ein Erkennungsmerkmal. Schließlich gelingt es mir und alle wachsen und gedeihen prächtig.

 

Ich bin dankbar und halte mich an den Rat einer Züchterin: „Solange es der Hündin gut geht hast du nicht viel zu tun.“ Und unsere kleine Leia frisst wie ein Scheunendrescher; Das drei bis vierfache und bleibt dennoch gertenschlank. So viel Milch muss unheimlich viel Kalorien verbrennen. Das Gesäuge wird groß und schwer. Draußen wird es tagsüber so heiß das wir uns nur noch im kühlen Untergeschoss aufhalten können.

 

 

 

Die Welpen scheinen gefräßig und nimmersatt! Die kleinen Racker werden größer und stürmischer, sie bekommen Krallen und kleine spitze Zähnchen. Arme Mutterhündin. Wie gut, dass Leia so geduldig bleibt, denke ich immer wieder. Ab der fünften Woche gibt es dann endlich Zusatzfutter, damit alle zufriedener sind. Dann leider ein Milchstau, das Gesäuge wird dick und rot, es tut sichtlich weh beim Säugen. Nun entscheide ich mich für das Wohl meiner Hündin und für radikales abstillen. Aber in die Welpenköpfe will das noch nicht so richtig rein wie es scheint. Alle stürmen immer noch zuerst an das Gesäuge. Hmmm, wie soll das bloß gehen? Ich hole mir abermals den Rat einer Züchterin: „Zieh ihr einen Kinderbody an, dann ist das Gesäuge nicht mehr erreichbar für die Kleinen.“ Und tatsächlich es gelingt. Immer wenn die Hündin zu ihren Welpen will bekommt sie ihren Body an. Manchmal verrutscht er, aber im Prinzip gelingt es. In den Auszeiten wickeln wir ein großes nasses Handtuch um den Körper der Mutterhündin, es kühlt bei der Hitze und hilft beim Abstillen. Ich bin froh bereits so viel Erfahrung beim eigenen Stillen gesammelt zu haben. Sie tut mir ganz schön leid.

 

Ich werde zum Großkunden für den regionalen Futterladen „canis culinaris“ und bekomme Züchterpreise angeboten. Meine Kühltruhe läuft zeitweise fast über, aber die Welpen gedeihen alle prächtig und sind munter. Was will ich mehr!

 

Leider bemerke ich das meine Hündin so instinktsicher ist, dass sie sogar ihr eigenes Fressen ihren Welpen hervorwürgt, wenn diese darum betteln. Es bleibt also eine Herausforderung, der Mutterhündin Nahrung zuzuführen und dabei braucht sie es doch besonders dringend. Manchmal bin ich so verzweifelt darüber, dass, obwohl ich sie bereits eine Stunde nach dem Fressen getrennt hatte, dennoch genug für die gefräßigen Kleinen zum Hervorwürgen bleibt. Nicht sehr appetitlich, aber „wölfisch“. Ich beobachte und lerne dazu.

 

 

 

 

Entwicklung

 

Die Welpenentwicklung geht rasant vorwärts. Zuerst machen sie ihre ersten Gehversuche, dabei schieben sie sich zunächst rückwärts. (Ich erinnere mich, dass es bei meinen Kindern auch so war) Dann wächst die Kraft, Ausdauer und Koordination und plötzlich rennen alle durcheinander. Das ist ein Rennen, Springen, Raufen und Toben bei den Neunlingen. Wie gut das wir einen kühles Untergeschoss haben. Draußen ist es viel zu heiß mit über 30°C und ständig haben wir Wespen Besuch. Außerdem sind lästige Fliegen ein ständiger Begleiter unseres Welpenzimmers. Manchmal schlage ich in 10 min. bis zu 30 Fliegen tot. Von Insektensterben bei uns keine Spur!

 

Nun entwickeln sich Spielsituationen wie in einer Kinderstube. Spielzeuge aller Art werden apportiert, beschnuppert und vor den anderen versteckt. Wer seine Ruhe haben will, braucht einen geschützten Ort, ansonsten wird man ohne Rücksicht einfach wachgespielt, angeknabbert oder überrannt. Die Rückzugsorte sind heiß umkämpft. Oft gibt es Gelegenheiten zum Lachen und zum Staunen. Ich lerne viel über Hundeverhalten und Entwicklung. Bald kann ich sogar im Spiel die Welpen auseinander halten und ich bleibe auch die Einzige die das bis zuletzt kann!

 

Eine große Attraktion bleibt unser Garten in den Sommerferien für die gesamte Nachbarschaft. Viele Zaungäste schauen dem Welpentreiben zu. Ich könnte fast Eintritt nehmen, so rege ist der Andrang.

 

Leider bedeuten viele Gäste auch eine Menge Stress für die Hündin, die immer wachsam über alle Welpen ihre Augen schweifen lässt. Um sie ein wenig zu schonen,ben wir, sie von den Welpen zu trennen. Aber so richtig gut findet sie das nicht. Lautstark protestiert sie in ihrem Ruhezimmer. Da müssen wir dann alle durch!

 

 

 

 

 


ermittlung

 

Die Vermittlung von neun Welpen bedeutet auch mehr Arbeit als gedacht. Ich hatte vieles vorbereitet und auch einige Anfragen. Aber wie das Leben so spielt, gab es auch wieder Absagen und auch unschöne Treffen mit Interessenten. Es kostete mehr Kraft als ich übrig hatte und manchmal wollte ich keinen mehr einladen. Als zum Schluss noch zwei wunderhübsche Rüden übrig waren, dachte ich schon die müssten bei uns groß werden. Aber nach kräftiger Werbung auch von einigen Züchtern des KVD, gab es am Ende mehr Nachfragen als Welpen. Somit hier ein herzliches Dankeschön an alle die versucht haben, uns bei der Vermittlung zu helfen.

 

 

 

 

 

Rückblick

 

Wer mich zwischendurch gefragt hätte wie es mir als Züchterin geht, hätte zur Antwort bekommen: Nie wieder mache ich so etwas! So viel Arbeit und die Nerven die man dabei lässt und die arme Hündin!

 

Doch inzwischen sind alle Welpen gut bei ihren Besitzern angekommen und ich freue mich über so viel positive Resonanz. Außerdem genieße ich unsere kleine Hündin „Angel“ aus der eigenen Zucht, die so verschmust ist und sich unkompliziert in unser Rudel einfügt. Vielleicht war es doch nicht das letzte Mal? Ihr könnt gerne gespannt sein und auf unserer Homepage nachlesen wie es weiter gehen wird:

 

www.kooiker-from-joyfull-mountain.com

 

 

 

 

 

Eure Mirjam Coote-Schmidt